RePost: Projektmanagement und Get There-itis
Animiert durch den NTSB Unfall-Bericht [2] über den Absturz von American Airlines Flug AA1420 (1999) frage ich mich ob es nicht auch bei Projekten die gleiche Serie von Ereignissen zum Scheitern führen.”Get there-itis”: Der Zwang das Ziel erreichen zu wollen.
Im Falle von AA1420 hat eine Schlechtwetterfront die Landung auf dem Flughafen Little Rock nahezu unmöglich gemacht. Die Piloten wurden besonders stark gefordert. Als die Außenbedingungen durch ein Gewitter über dem Flughafen die Grenzwerte nicht nur messbar sondern auch sichtbar und spürbar überschritten setzten sie trotzdem den Landeanflug fort. Das Ergebnis: 11 Tote. Letztlich unfallentscheidend war, dass die Spoiler (eine Bremseinrichtung) nicht beim Aufsetzen der Maschine gezogen wurden. Dies gehört zu einer Routinetätigkeit.
Aus den Untersuchungen zu diesem Unfall geht man davon aus, dass die Piloten nicht umkehren oder ausweichen wollten, sondern das Ziel (=Landung in Little Rock) direkt vor Augen hatten und dies strikt verfolgten. Das der Ausweichflughafen ohne Schwierigkeiten hätte angeflogen werden können, war bekannt.
Übertragen wir dies auf ein Projekt (=Flug). Das Ziel ist es eine Anwendung/Programm/Leistung mit gesetztem Budget (=Treibstoff) zu einem gesetztem Zeitpunkt(=Ankunft am geplanten Ziel) fertigzustellen. Im Laufe des Projektes ergeben sich nun Schwierigkeiten, wie eine fehlende technische Infrastruktur (=Sackwinde) oder fehlende organisatorische Veränderungen (=Sturmfront). Diese müssen von der Projektleitung (=Pilot) oder durch einen Change Agenten (=1. Offizier) gemeistert werden. Wie es sich für ein Projektcontrolling gehört wird die volle Aufmerksamkeit (=Gegensteuern) in die Lösung dieser Schwierigkeiten(=Seitenwinde/Kursabweichung) gesteckt.
Auch wenn diese Schwierigkeiten gemeistert werden, scheitert das Projekt dennoch, da eine Kleinigkeit wie zum Beispiel Unit-Tests vergessen wurde. Am Ende zerschellt das Projekt auf Grund fehlerhafter interner Interfaces oder Module, diese hätten mit einem Unit-Test erkannt werden können.
Die Untersuchung von AA1420 nannte die Unfallursache: Menschliches Versagen auf Grund eines “Get There-itis”
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