Archiv für April, 2009
Das neue FriendFeed – Wie Twitter ohne Fail Whale
Verfasst von Thorsten Zoerner unter angeschaut am 30. April 2009
Wenn es so etwas wie ein Facelifting für Webanwendungen gibt, dann hat es Friendfeed gerade hinter sich. In neuem Design ähnelt es dem Look und Feel von Twitter – nur dass es irgendwie professioneller aussieht und sich anfühlt. Wem aussehen egal ist und lieber auf Funktionen hat, dem bietet FriendFeed eine nun deutlich bessere Integration in vorhandene Dienste. Wieder bei Twitter angekommen können nun Kommentare automatisch per @Reply versendet werden. Von Facebook bekannt ist die Funktion des “Stummschaltens”, welches das Unterdrücken von zuhäufigen Updates einzelner Benutzer erlaubt.
Das neue FF ist damit ein Twitter ähnlicher Dienst geworden nur ohne Fail-Whale und umständlichen Anwendungen alá FaceBook.
Fazit: Häufiger auch Friendfeed besuchen und nicht nur als durchlaufender Posten im Friend/Follow/RSS Kontinuum betrachten.
Was noch alles neu ist, kann im FF Blog nachgelesen werden, oder das Real-Time Design in folgendem Video bewundert werden:
Leserbrief zu: Wann bin ich Teil einer Web-Community?
Verfasst von Thorsten Zoerner unter kommentiert am 30. April 2009
Communities im Web und soziale Vernetzung sind schon ein eigenartiges Gebilde. Vielleicht ist so die Diskussion erklären, die sich aus “Communities sind tot- Es leben Communities” – deren Kommentierung und Folgepostings ergeben hat.
Eine Fortsetzung stellt der Beitrag: Aktiv versus passiv – Wann bin ich Teil einer Web-Community? von Hannelore Vonier da, der mit der Frage endet:
Wenn ich hier eine Registriermöglichkeit anbieten würde, um Kommentieren oder sogar bestimmte Beiträge lesen zu können, würdest du da mitmachen als Teil dieser Blog-Community?
Einer Registrierung für das Lesen von Beiträgen widerspricht der Idee – die ich sehr gut finde – das die News mich findet. Assoziation mit einer Gruppe, auch wenn sie nur vorübergehend ist, bedarf dass durch mein “normales” Verhalten irgendwann meine Aufmerksamkeit auf diese Gruppe gelenkt wird. Die im Vertrieb bekannte AIDA-Regel trifft hier zu. Zunächst muss es zu einer Attention kommen. Dies geschieht zumindest bei den (wenigen) Gruppen, die ich als “aktiv” ansehe dadurch, dass ich zum Beispiel bei meiner Suche nach relevanten Blogposts häufiger auftauchen. Mit ist es schon sehr häufig so gegangen, dass ich bei Twitter, Facebook und auch Blogs häufiger auf die gleichen Personen/Gruppen gestoßen bin. Durch ein einheitliches Design (Interest)- wo wieder das Thema “Personal Brand” zum Tragen kommt, habe ich erkannt dass ich dort schon einmal war. Desire und Action kamen dann durch abonnieren und aktiven Konsums zustande. Der Zwang einer Registrierung würde bedeuten, dass von AIDA die Teile A und I “nur” auf die einzelne Einladungsmail beschränken würde, bei der ein Kontakt von mir – mich auf einen Beitrag/Gruppe/Blog hinweist. Wahrscheinlich würde ich dieser Einladung sogar folgen – aus Loyalität zum Einladenden – aber die Gefahr, dass ich passiv bin ist hoch.
Zum Thema Kommentieren nur mit Registrierung, würde ich kurz auf das Zwischendenzeilen lesen bei einem von mir betreuten Blog verweisen.
Von meinem eigenen (privaten) Blog, aber besonders durch die Beteiligung an einem Metablog bei meinem Arbeitgeber, kenne ich das Gefühl, dass man einen Blog Beitrag schreibt und die Statistik sagt einem, dass man XYZ Aufrufe hatte. Warum schreibt keiner einen Kommentar? Warum bekomme ich kein Feedback? Bei vielen Beiträgen will man nur eine Idee streuen, und seine eigene Meinung dadurch stärken und validieren indem man das Feedback liest. Eine kleine Community – für kurze Zeit – eine Sammlung von Menschen, die sich mit dem geschrieben auseinandergesetzt haben. Diese Community braucht keine Regeln – fördert aber den Austausch von Gedanken. Im Prinzip wünscht man sich von einer Community die sich um einen Beitrag entwickelt eine gewisse Einnordung.
Ich meine, dass das vielleicht nicht an der Gruppe oder den Leuten liegt, sondern am Ansatz, andere animieren zu wollen. Wenn du etwas Tolles zu bieten hast, machen die Leute mit.
Dem stimme ich zu, wobei ich beim Schreiben im Hinterkopf etwa das Bild von Kafkas “Auf der Galerie” hatte – mit der Vorstellung dass man gar keine Zuschauer in den Rängen sitzen hat, die dialektisch die Aufführung betrachten. Die Zuschauer sitzen vielleicht bereits im Kino nebenan.
Der Erfolg von Twitter ist auch darauf zurückführen, dass es gerade nicht nach Gruppen (Schubladen,Vorführungen) organisiert ist. Wie sonst lässt sich erklären, dass wir hier gerade eine kleine Micro Community aufgebaut haben, bei der sich eine Urvölker studierende Kulturkritikerin mit einem Computerlinguisten der sein Brot mit Produktmarketing verdient, unterhält. (Anmerkung: soweit ich es nachvollziehen kann hattest Du meinen Beitrag über den Tweet gefunden
)
Bei meinem Blog und bei meinen Tweets gehe ich davon aus, dass es Follower gibt die manchmal lesen und manchmal nicht. Und auch die Entscheidung treffen, dass ich nicht interessant für sie bin. Selbst halte ich das mit meinen RSS Feeds und Followings genauso. Diese Dynamik entspricht der von Dir beschriebenen Leichtigkeit der Materie Internet, die mir erlaubt jetzt und hier ein Teil einer Gruppe zu sein.
Fiat: Klimaschutz kostet extra
Verfasst von Thorsten Zoerner unter beigelegt, notiert am 30. April 2009
Kaum hört man etwas davon, dass Fiat an Opel interessiert ist, muss man beim Klima – Lügendetektor Blog lesen, dass man sich die Start&Stopp Automatik, die beim kleinen Fiat vorhanden ist und mit der laut Werbung die Umwelt Hin&Weg ist, leider im Basismodell nur “weg ist” – Sprich: nicht vorhanden, da Sonderzubehör. Also Stopp.
http://www.klima-luegendetektor.de/2009/04/28/fiat-klimaschutz-kostet-extra/
Das Intranet ist für unsere Kunden da – 10 Jahre Mitmach Web
Verfasst von Thorsten Zoerner unter nachgedacht am 30. April 2009

Das Intranet ist für unsere Kunden da - nicht die internen Kunden
Manchmal ist es schon merkwürdig, was zum Vorschein kommt, wenn man in alten Unterlagen oder Notizbüchern wühlt. Diese Notiz hatte ich im Jahre 1999 bei einem Executive Briefing gemacht, als der damalige Vorstandsvorsitzende eines MDAX Unternehmens seine Vorstellungen zum Re-Launch des Intranets skizzierte.
Heute, 10 Jahre später, habe habe ich mindestens 100 Intranets von Unternehmen gesehen. Begriffe wie Enterprise 2.0 und Social Media gehört. Blogs, Wikis und Collaborationsplatformen getestet, verwendet und genutzt. Noch nie habe ich Kunden des Unternehmens als Zielgruppe des Intranets gesehen.

Der Kunde als Mittelpunkt des Unternehmens
Vermutlich ein Jahr später sind mit dieser oder ähnlicher Zeichnung eine Unmenge von Unternehmensberatern durch die Lande gelaufen und haben Organisationen umstrukturiert. Der Kunde steht im Mittelpunkt. (oder wie böse Zungen sagen: Der Kunde steht immer im Weg).
Im Jahre 2009 würde der Slogan wahrscheinlich: “Mitmach Web für Ihre Kunden” lauten – und die eigentlich richtige Grundidee ist die gleiche. Der Kunde ist der Grund, warum es das Unternehmen gibt. Er sollte die einzelnen Bereiche des Unternehmens in gewisser Art steuern oder leiten, mit dem Ziel eine bessere Kundenzufriedenheit zu erreichen.
Wie würde das Konzept einer Intranet-Startseite aussehen, welche auf Basis der Notiz aus dem Jahre 1999 heute entsteht?
- Automatischer Ticker der letzten Tweets des Unternehmsnamens und Produktnamen
- Der Pressespiegel der nur die eigenen Meldungen enthält würde durch externe Blog Referenzen ersetzt werden
- Alle Bereiche sind im Standard sichtbar (public) für Kunden/Partner/Lieferanten und Mitarbeiter
- Weitere Seiten können Wiki Style angelegt werden – geschützte Bereiche benötigen Genehmigung
- Jeder Mitarbeiter erhält einen extern sichtbaren Blog
Zum weiterlesen empfehle ich: Die Zukunft des Social Webs von Claudia Sommer und ihre Anmerkungen zur Wandlung in der Definition von Kundenbindung.
Schlusswort
We are still confused – but on a higher level…
(Zitat aus einem meiner Lieblingsbücher)
#FUN Doppelte Romantik
Verfasst von Thorsten Zoerner unter beigelegt, notiert am 29. April 2009
Es gibt das Web 2.0, das Unternehmen 2.0 – warum nicht den Sonnenuntergang 2.0? Bzw. den Sonnenuntergang*2 – Ein absolutes Highlight von Fehlern bei der Bildbearbeitung zeigt PhotoshopDisasters: “The Sunset: Tatooine’s Best Restaurant” – Das ist gleich Romantik*2.
http://photoshopdisasters.blogspot.com/2009/04/sunset-tatooines-best-restaurant.html