Finanzierungsproblem der None-Apps – Heute Clipperz
Am heutigen Nachmittag erreichte mich eine E-Mail von Marco Barulli, einer der beiden Gründer von Clipperz, einem Passwortmanager, der allein auf den Sicherheitsmodulen moderner Webbrowser funktioniert. Der Inhalt der Mail findet sich auch online im Blog und besteht in wenigen Worten aus einem Fundraising für das Projekt. 5 Jahre ist der Dienst nun alt – und wahrscheinlich genauso rentabel wie viele andere Dienste auf dieser Welt: 0
Keep it to yourself = Keep your money tied.
Meine Prognose ist, dass auch dieser Aufruf nicht wirklich viel Geld in die Kasse der beiden spülen wird. Niemand, der einen solchen Dienst anbietet rechnet damit, dass er damit reich werden wird. Brainr zum Beispiel sucht “Braininvestoren” – die Liste derer, die dort sich eingetragen hat ist überschaubar. Doch wie stark ist das Problem wirklich? Mit RSSFriends kann ich am eigenen Leib sehen, wie es um die Monetarisierung von eigenen Tools bestellt ist. Von den 150.000 Benutzern haben sich mittlerweile 32 registriert. Obwohl die Nutzungsregeln dahingehend geändert wurden, dass eine Registrierung eigentlich notwendig ist, wenn man es regelmäßig nutzt.
None-Apps haben ein Problem
Wahrscheinlich könnte die Liste der Anwendungen noch unendlich verlängert werden, die ein ähnliches Schicksal haben. Kachingle und Flattr haben hier auch keine wirkliche Abhilfe geschaffen, da es keine Umverteilung ist, bei der Kosten zu Nutzen in keinem wirklichen Verhältnis stehen.
Hut-App
Wirklich den Hut muss ich vor Apple nur wegen einer Sache ziehen: App-Store. Aus irgend einem Grund haben diese Minianwendungen ein sehr lockeres Verhältnis der Anwender zum Geld gebracht. Taschenlampem App – ein 2 Zeiler 0,79€ – einige tausend male verkauft - kein Verhältnis zu den Erlösen, die hinter den Aktionen von Brainr, Clipperz und Co. stecken. Wer also zumindest die Entwicklungskosten sicher gedeckt haben will, der schreibt lieber eine APP, anstelle einer aufwändigen Webanwendung.
Finanzierung Morgen
Keine Ahnung habe ich, was das “next big thing” der Finanzierung ist. Skeptisch bin ich, dass inhabergeführte APP-Stores nicht zum Fluch der Soft-Wirtschaft werden. Bleibt der Wunsch nach einem “unabhängigen” APP-Store für Webanwendungen – so wie der neue APP-Store von Amazon – nur eben als Zugangsbroker für Onlineanwendungen. Das Problem: Dahinter muss zwangsläufig ein großer Brand/Markennamen stehen, dem die Kunden vertrauen. Die Verbreitung muss von 0 auf 100 in wenigen Tagen sein. Als Kandidaten kommen für mich eigentlich nur infrage:
- Amazon
Unrealistisch, aber als “nerdy” fände ich, wenn einer der Branchen-Dinosaurier sich diesem Thema annehmen würde. Starker Brand sichert sich Zugang und Vertrauen von klassischen “Content-Anbietern” und Webentwicklern. Meine Kandidaten dann:
- SAP
- Deutsche Telekom
- IBM
Wer bei den Listen “Paypal” vermisst, dies war Absicht, da ich die Spendenbuttons die von Paypal angeboten werden als “verbrannt” ansehe und der Marktplatzcharakter bei Paypal eine untergeordnete Rolle in der Wahrnehmung der Nutzer einnimmt. Ein Marktplatz ist eben mehr als die Abwicklung einer Finanztransaktion.
Oder doch Werbung?
In diesem Beitrag habe ich bewusst die Finanzierung über Werbung ausgeklammert. Mein Auge ist beim Surfen mittlerweile so geschult, dass ich meist nicht einmal registriere wo / welche Werbung auf einer Seite ist. Ich gehe einfach davon aus, dass es auch viele Anwender gibt, die einen AdBlocker verwenden etc… etc… - Klar, Google AdWords liefert dem Konzern große Umsätze, allerdings benötigen wir nicht noch mehr Bannerflächen und Anzeigemöglichkeiten, wenn nicht die Preise weiter in den Keller purzeln sollen.
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