Logbuch: Samstag auf dem FuCamp
Hemsbach 6:30 Ich muss gestehen, dass es schon eine gewisse Erwartungshaltung erkennbar ist, wenn ich um diese Zeit an einem Samstag freiwillig aus der Kist mich bewege. Das Wetter ist perfekt – strahelender Sonnenschein mit run 15 Grad. Das notwendige Marschgepäck ist gepackt: Netbook, Poken, Handy 1, Handy 2, Karten, Flugplan, 2 Liter Flüssigkeit.Worms 08:16 Mit den Worten “DEAMS Ihre Startzeit 06:16 UTC – guten Flug!” verlasse ich den Dunstkreis von Worms gen Süden (178 Grad korrigiert um den Wind 220/8). Eine Stunde Flugzeit oder rund 100 NM liegen vor mir. Es geht auf FL075 (rund 2,3 km) Höhe Die Temperatur singt auf angenehme 03 Grad. Ruhig hält der Autopilot die Richtung, Wind ist Kontant von der Seite, wo man ihn eigentlich nicht spürt. Vorbei an Speyer Karlsruhe, direkt zum Landeplatz. Donaueschingen 09:14 Noch eine Meile bis zum Aufsetzen auf der Piste 18 bei Windstille. Mein Handy empfängt eine SMS meiner Abholerin 527cf4;">[Update: wollte eigentlich Namensnennungen vermeiden aber auf persönlichen Wunsch - Vielen Dank nocheinmal an Lessja, die nicht nur sich um die PR des FuCamps gekümmert hat, sondern mich auch gerfahren hat], was sich durch lautes Krachen im Headset bemerkbar macht. Warum habe ich das Teil eingeschaltet gelassen? – Nur wenige Augenblicke später sind wir auf dem Weg zu Veranstaltung. Ich habe das Schild nicht gesehen, aber bestimmt war dort ein Schild: Ende der Ausbaustrecke – Irgendwo bestimmt. Man muss ja gewarnt werden. Furtwangen 10:02 Wir erreichen den I-Bau, hätte auch der G-Bau sein können aber bei I ist das Internet heute zu Gast. Oder zumindest das FuCamp. Bei Kaffee läuft die Vorstellungsrunde in Name und 3 Tags. Ich brauche ersteinmal ein Frühstück und verpasse damit die meinen Part. Session Vorschläge, auswahl, annahme entscheidung und Tagesplan. Mir wird klar, dass das Publikum gemischt ist. Einige Studenten aus Furtwangen, einige Blogger, Jung und Alt. Viele eben. Habe ich da das Weinblog gerade an mir vorbeilaufen gesehen?
Überdachung 10:57 Die ersten Sessions beginnen gleich. Noch schnell eine schnelle Flucht ins Freie. Mir wird ersteinmal klar, was für eine Mega Chance man heute als Student hat. Ich hatte 3 Tage Rhetorikkurs in meinem Studium und ungefähr einmal pro Semester die Möglichkeit das darin erlernte zu üben. Auf Veranstaltungen wie diesen geht das deutlich besser. Mitmachen und als Gesprächsleiter das Publikum einbinden. Der Gewinn, den das für die eigene Ausbildung hat ist wohl nicht zu unterschätzen. Kinzigtal 11:00 Systemkomplexität am Beispiel von BuddyPress wird gezeigt, dass man auch die Spielwiese, hinter den Tools verbirgt die wir so nutzen sehr komplex ist. BuddyPress selbst nennt sich ein auf WordPress MU bassierendes Social Network. Komplex. Hatte nicht erwartet, dass ich Worte wie SOA, ITIL und Change Management heute zu hören bekomme, doch der Kontext stimmt. Mein Lieblingszitat des Tages entstammt aus dieser Session: “Die Architektur von WordPress ist, dass es keine hat”. Wutachschlucht 12:07 Open Social Netzwerke – Profildaten – wie soll man damit umgehen. Welche Ansätze gibt es mit FOAF, OpenID, OAuth und und und… . Warum nutzen dennoch alle Facebook. Und ist Facebook nicht schlecht, weil es keinen differenzierten Zugriff auf die Daten der Anwender erlaubt? Oder sind doch die Anwender schuld, die immer alle Daten mehr oder weniger bereitwillig freigeben? Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Mit Gedanken zu dezentralen und geschützten Profilen vs. zentralen Profilen geht es gen Mittagspause. Vorplatz 13:09 Mittagessen – sehr gut. Kurzes Gespräch mit Florian zu den Erfahrungen mit Pokens. 14:09 Wutachschlucht Viele Bücher lese ich nicht, freue mich aber dennoch, dass auch einige die ich in den letzten Urlauben verschlungen habein Books4Freaks zur Sprache kommen. Verfolge denoch diese Session nur mit einem Ohr, denn parallel scheint die Stimmauszählung für die Präsidentschaftswahl beendet zu sein, und die Entscheidung gekommen. Gravity läd nebenbei #bpw auf Twitter und ich stelle fest, dass dies zwar belustigend aber zunächst wenig informativ ist. Micro Kommentare. Gedankenschnipsel. Deutlich kürzer als das was an Inhalt über die Books4Freaks zu sagen ist. “Lexikon des Überlebens. Handbuch für Krisenzeiten” schafft es dennoch auf meine Leseliste für den nächsten Urlaub Wutachschlucht 15:00 Es gibt Sessions, da geht man hin, weil man gerade in nichts anderes gehen will. Und so auch diese. Doch ich bin begeistert. Ich würde fast sagen, die beste Session des Tages. “Blogs in der Politik am Beispiel Frankreich mit einem Vergleich zu Deutschland”. Ehrlich: Ich wusste nicht, wieviele Blogs es in Frankreich gibt. Und was noch viel erschreckender ist – am Tag als wir gerade unseren Präsidenten wählen und die BRD 60 Jahre Grundgesetz feiert – mar war zwar das deutsche Wahlrecht klar, aber dass man in Deutschland einen Abgeordneten eines Wahlkreises nicht abwählen kann (da er immernoch über die Partei-Liste in den Bundestag kommen kann) – in Frankreich aber schon, und dies in unserem Nachbarland dazu geführt hat dass die Abgeordneten eine gewisse Informationspflicht gegenüber dem Wahlkreis behalten – war mir neu… Kaum habe ich dies verdaut und die Struktur in Frankreich verdaut. Freue ich mich auch schon über Parteigeflüster. 15:49 Vorraum ich Treffe Markus im Vorraum, der im Twitter FightClub sich diese Woche wacker geschlagen hatte und sich auf seinen Vortrag zu Blinde am PC vorbereitet. Gebe ihm noch kurz den Linktip zu See4Me und hoffe, dass er in den nächsten Tagen sich noch daran erinnert und mit mir in Kontakt tritt
Wutachschlucht 16:00 letzte Session des Tages.Pokens. Via kurzem Chat mit Entwicklern wird auch das Problem gelöst, wie man das Hintergrundbild des Pokens wieder ändern kann. Unter dem Menüpunkt “View” hätten wir es ein
fach nicht gesucht. Aber zum Glück gibt es ja Google-Talk Joker. Zum Abschluss eigentlich eine sehr spannende Diskussion beim Verlassen des Raumes: Wird Pokens überleben. Ist Aka-Aki ein “Ersatz”. Wird die Unterstützung von Ultra-Kurz-Funk im Handy die Pokens überflüssig machen? Auto 17:13 Abschiednehmen vom FuCamp mit etwas Zeit für einen Rückblick, was mich persönlich interessiert hat und was ich gut fand – und was eher nicht. Würde ich nocheinmal hingehen? Ja auf jeden Fall. Was hat mir gefehlt? Vielleicht die Möglichkeit auch Remote per Hashtags für Sessions Fragen zu stellen. Hatte das Gefühl, dass Mitmachen nur im Raum möglich war. Letztendlich würde ich aber auch meine Sessionauswahl ändern, da ich mal wieder die Technik genommen habe, anstelle mir Ideen einzuholen, wie man etwas mit Blogs und Co. bewegen kann. Donaueschingen 18:09 Abheben – und diesmal noch 300 Meter höher steigen als auf dem Hinflug. Über Frankreich kann man schon erkennen, wie sich langsam Gewitterfronten nähern, die aber noch sehr schwach zu sein scheinen. Muss wirklich sagen, dass ich solch netten FlightInformationService hatte wie auf diesem Flug. Worms 19:11 Gelandet und am Fliegerputzen. Danach Heimfahrt, um dort Sandra ihren Poken zu geben,den ich von DustyNow ergattert hatte. Eine Biene Maya. Und der erste “gepokete” war eine Maya. Schnell noch beide Pokens bei PokenVision eingetragen und festgestellt, dass es ja noch jemanden bei uns im Ort gibt, der einen Poken hat. Gleich mal vernetzt und Connected und Gejoined. Nur noch nicht gepoked, wird aber im Laufe der nächsten Woche nachgeholt.
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