Wenn Shadowland zur Wirklichkeit wird… [Teil 3 - Identität]
Die Identität
In der Offlne-Welt gibt es nur wenige Punkte und Orte, bei denen man sich Ausweisen muss. Bei einem “normalen” Arbeitstag fällt mir spontan nur die Zutrittskontrolle beim Arbeitgeber, oder vielleicht der Geldautomat ein. Die meisten abgewickelten Geschäfte können ohne Probleme mit Bargeld abgewickelt werden und somit ohne eine Feststellung der Identität.
Bei der Online-Welt ist dies traditionell anders. Computersysteme verlangen vom Anwender, dass er sich mit Benutzername und Passwort anmeldet. Wenn auch nicht rechtsverbindlich, so erfolgt dennoch eine automatisierte Identitätsfeststellung.
Die Identitätsfeststellung
Jede Landespolizei, die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt und Zoll haben in ihren Polizeigesetzen eine Befugnis verankert, die es ermöglicht, eine Identitätsfeststellung zur Gefahrenabwehr durchzuführen.
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Es gibt dabei eine Unzahl einzelner Voraussetzungen, wann genau eine Identitätsfeststellung bei einer Person zulässig ist, diese unterscheiden sich in der genauen Rechtslage von Bundesland zu Bundesland.
Sagen zu können, wer vor dem Bildschirm sitzt, hat in der Online-Welt rein praktische Gründe, werden doch so die persönlichen Einstellungen wiederverwendbar. In der Offline-Welt hingegen ist die Feststellung der Identität ein Prozess, der zur Gefahrenabwehr dient.
Im Internet wurde bislang meist mit einer dezentralen Identitätsfeststellung gearbeitet. Die “Ichs” wurden quer über das Netz verteilt. Xing, Facebook, Twitter, Blog – alles hat seine eigenen Mechanismen zur Feststellung wer eigentlich mit dem System gerade spricht. Vergleichbar mit der Zutrittskontrolle beim Arbeitgeber wurde so das Profil, welches sich hinter jedem Anwender verbirgt, dezentral gepflegt.
Mit Facebook Connect bietet das Unternehmen eine Einmalanmeldungslösung an. Registrierte Nutzer können über diese Funktion ihre Anmeldedaten auf anderen Websites verwenden, ohne sich dort registrieren zu müssen. In bestimmten Fällen ist zudem möglich, Inhalte wie das Profil, Fotos, Kontaktlisten und Kommentare mitzunehmen. Im Gegenzug zeigt Facebook Aktivitäten in den jeweiligen Portalen in seinem eigenen Angebot an, so dass die Freunde eines Mitglieds diese sehen können.
Etwas übertrieben formuliert, könnte man sagen, dass Facebook Connect die Aufgabe hat eine Identitätsfeststellung für Webseiten durchzuführen, um somit eine Gefahrenabwehr (unberechtigter Zugriff) zu bieten. Stern.de, MyVideo und viele anderen Webseiten nutzen heute Facebook-Connect zur Kommentierung und Feedback auf ihren Seiten. Eigene Kommentare auf Webseiten sind verzichtbar – schwieriger wird es bei Kontakten.
Straftäter
Ein Todesurteil in der Online-Welt ist die Auslöschung der Identität. Bei allen Megakons existieren Berichte von Löschungen und Sperungen von Accounts, die nicht durch externen Einfluss, sondern durch den Anbieter selbst herbeigeführt wurden. So war bei Marketing-GUI der Fall eines Facebook Nutzers zu lesen, der aktiv Werbung für sein Profil auf Google+ machte – die Identität wurde gelöscht. Kann man Facebook hierfür einen Vorwurf machen? Wahrscheinlich nein, denn schließlich hat Facebook für seine Server und die angebotene Plattform das Hausrecht, die Strafverfolgung und Durchsetzung der eigenen Regeln sind somit legitim.
Bei der Einführung von Google+ wurden die Anwender explizit darauf hingewiesen, dass die Nutzer mit ihrem Klarnamen auftreten sollen. Bei Zuwiderhandlung stand die Löschung der Identitöt im Raum (s.h. auch). Hier wurde durch den Hausrechtbesitzer ein Gesetz geschrieben, dessen Einhaltung auch umgesetzt wurde. Gerade diese Klarnamenpflicht, ist eine Kopplung der realen Identität (und deren Fesetstellung) mit der Online-Identität.
Asynchronität
Völkerrecht, Staatsrecht, Hausrecht. So wurde bislang das Rechtssystem vereinfacht aufgebaut. Werden im Staatsrecht Regeln definiert, die im Hausrecht anders definiert werden, so gilt letzteres. Die Ausweispflicht, die in Deutschland gegeben ist – exisitert in dieser Form in Österreich nicht. Durch die Exterritorialität der Megakons findet nun die Anwendung eines Hausrechtes über die Staatsgrenzen hinweg statt.
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