Trigema und Horst Köhler – Beides eine Frage der Relevanz?



 

Jaja, es dauert immer etwas bis ich Podcasts höre. Heute bei der Autofahrt war die schon 2 Wochen alte Ausgabe des Brouhaha 21 – Trigema und die idiotischen Blogger. Die einzige Ausgabe, die ich bisher kenne bei der zwei “Brouhahas”  - also SocialWeb-Aufreger – behandelt werden. Zum einen Trigema – zum anderen den Rücktritt von Horst Köhler als Bundespräsident. Die Einzelheiten warum das (k)eine Aufreger ist, das andere vielleicht, überlasse ich @luebue und @podpimp.

Bekommt man beide Fälle so direkt hintereinander präsentiert, so kommt wenigstens bei mir der Verdacht auf, dass sich Blogs und Social Media ihren Platz im Spiel um die Relevanz suchen. Bei Trigema geht es um eine DPA Meldung, die erst einige Tage nach dem das Thema eigentlich im Netz schon “durch” war veröffentlicht wurde. Beim Fall Köhler die Frage ob es nicht Blogs waren, die erst für die notwendige Aufmerksamkeit eines Radio-Beitrages geführt haben.

In einer Welt voller gleich berechtigten Kommunikationskanälen hätte die Radiomeldung überhört werden können, mangels Sichtbarkeit und Reichweite. Die DPA Meldung zur Akte Trigema gar nicht erst existiert. Alles irgendwie eine Frage der Relevanz – oder des Rauschfilters.

Als  Außenstehender zum Journalismus – und vielleicht zum Thema richtig Bloggen – stelle ich fest, dass die Frage nach Relevanz ganz stark ins Wanken gekommen ist. Die Mechanismen nach denen Themen an Bedeutung gewinnen (und wieder verlieren) sind wenig vorhersagbar, da das Social Web nun mal tausende von zusätzlichen Ohren hat. Kein Wunder, dass Seiten wie WikiLeaks eine ernste Gefahr für den Informationszirkel ist, wie man gerade an der Fahndung der US-Behörden erkennen kann.

Im Falle von Trigema hat die DPA entschieden, dass eine Diskreditierung von Bloggern “relevant” ist. Im Falle von Horst Köhler haben einige Blogs entschieden, dass das Interview im D-Radio von Relevanz ist.  Bei beiden Fällen spielt die Bedeutung, vermutete Reichweite und die Wirkung von Blogs eine entscheidende Bedeutung bei der Bestimmung und der Auswertung der Relevanz. Bei Brouhaha sorgte dies zur Bewertung, dass Trigema dem Stellenwert einer Mäuseflatulenz beizumessen ist – und über den “Fall Köhler” zu einem späteren Zeitpunkt gerichtet werden wird.

Letztendlich “richtet” jedoch der Leser/Hörer, der darüber entscheidet, ob er überhaupt einen Beitrag liest – und vielleicht sogar im Nachhinein  bewertet.  Viele Journalisten, Blogger und vor allem Unternehmen können heute von Digital Natives (oder wie auch immer diese Gruppe gerade genannt wird) eines lernen: Schnell und präzise Relevanzentscheidungen treffen zu können. (s.h. auch Beitrag im Blue Blog).

Dar Brouhaha Beitrag wird von mir jetzt erstmal geflattert – da für mich relevant.

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  • Podpimp
    Hallo Thorsten, vielen Dank für die interessante Reflektion und das Flattern. Ich hoffe dass wir das Thema Köhler - Relevanz in einem der nächsten Brouhaha-Ausgaben ausführlicher unterbekommen. Viele Grüße, Alex
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