Die Arbeitswelt 2020 (Gartner und die Netzpiloten)



 

Die Netzpiloten haben entdeckt, was Garnter hier schreibt und gleich kommentiert..

Die Analysten von Gartner haben mal wieder die Kristallkugel angeschmissen. Herausgekommen sind 10 Entwicklungen, die es aus ihrer Sicht die nächste Dekade der Arbeitswelt bestimmen werden

via Die Arbeitswelt in den nächsten 10 Jahren.

Auf den Deutschen Markt zurecht gezurrt hat Netzpilot zu jedem der 10 Punkte einen Kommentar verfasst. Grund genug den eigenen Blick in die Kristallkugel durchzuführen und auch zu jedem der Punkte einen Kommentar zu geben.

De-routinization of Work
Sind wir ehrlich, alles war “Routine” ist kann auch automatisiert werden. Standardisierung von Geschäftsprozessen wird nicht nur von Gartner schon etliche Jahre gepredigt. Fakt ist, dass gerade die “Ausnahmen” heute über 80% der Prozesskosten ausmachen – der Fokus aber in vielen Beratungsansätzen auf dem Standardprozess liegt, der einer Norm entspricht. Ich schließe mich der Analyse der Netzpiloten an, dies ist kein Rocket-Science, wenn auch dank E2.0 neu aufzukochen.  Lag der Fokus bislang auf Geschäftsprozessen (Finanz) kommt vielleicht nun die Ära der Informationsprozessoptimierung. Ich nenne dies “Mehr Implizit vom Explizit“.

Work Swarms
Schwarmbildung – hier kann ich mich dem Kommentar der Netzpiloten nicht wirklich anschließen, die Schwärme nur bei niederen Intelligenzformen sehen. Wenn ich Gartner hier richtig interpretiere, dann liegt der Fokus auf der Unterscheidung zu Teaming, welches durch seine Beständigkeit gekennzeichnet ist. Der Bedarf effizient zusammen zu arbeiten  - im Schwarm – durch Reduktion der Koordinationsaufwände sehe ich darin. Anders ausgedrückt: Gelingt es den Collaboration-Handshake zu vereinfachen, wird es in 10 Jahren deutlich mehr Schwarmarbeit geben als heute.

Weak Links
Sich nicht mehr kennen, und nur noch lose Verbindungen – wahrscheinlich auch unabhängig von Organisationsformen. Dem würde ich soweit zustimmen, dass es dies geben wird, wenn persönliche Profile in Intranets und Internet mehr als eine Abschrift des Lebenslaufes sind. Auch müssen rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es erlauben mit schwachen Verbindungen zusammen zu arbeiten. Hier sehe ich Chance und Risiko für die gesamte Freelancer Branche.

Working With the Collective
Längst werden Entscheidungen nicht mehr dort getroffen, wo man es auf den ersten Augenblick denkt. Legt Netzpilot seinen Fokus auf das Wörtchen “Collective”, so denke ich, dass es eher um die “Market Intelligence” geht. Oder um das Buch “Selling to Zebras” zu zitieren: wer ist denn nun wirklich “Power” in einem Unternehmen?

Work Sketch-Ups
Es ist mal wieder ein Wort, welches mich hier nachdenklich stimmt: “Informal”. Für diese Prozesse soll es in Zukunft Muster geben. Leider denke ich, dass man dies mit den Informationsoptimierungsprozessen erschlagen kann. Führen wir das Beispiel des Notarztes weiter, welches bei den Netzpiloten beschrieben ist. Klar wird man auch 2020 die Arbeit eines Notzarztes mit nur wenig Routine durchführen. Es ist allerdings so, dass viele Hilfsorganisationen bereits heute ISO zertifiziert sind für ein standardisiertes Vorgehen. Nicht etwa das “Wie behandeln” sondern das “Wie informieren” steht dabei im Vordergrund.

Spontaneous Work
Proaktives Arbeiten. Einfach mal eine Initiative ergreifen. Etwas entdecken und sich darum kümmern – befreiter von Stellenbeschreibungen. Wenn man in Unternehmen an einem Strang zieht, dann wird dies mit Sicherheit kommen. Allerdings nicht bis 2020 und niemals in allen Unternehmen. Dafür sind Unternehmenskulturen zu unterschiedlich.

Simulation and Experimentation
Ohja. Ich kann mich in dieser Vorstellung wieder finden. Nicht mehr das Excel/PowerPoint-Ausfüll-Äffchen zu sein, sondern die Daten und Informationen verstehen zu können – wie in Minority Report gezeigt. Interagieren mit Zusammenhängen… Ein Traum, der eigentlich mit virtuellen Welten bereits heute umsetzbar wäre – nur glauben wir heute noch immer an die Erstausbildung als Datentypistn - und nicht als Informations Analysten. Jährlich werden wir gezwungen eine Steuerklärung auszufüllen – bei der zumindest mir nicht bekannt ist, welche Information welche Auswirkung haben wird.

Pattern Sensitivity
Der Grund, warum man trotz Autopilot immer noch Menschen in die Cockpits von Flugzeugen setzt ist, dass der Mensch deutlich kreativer Fehlermuster analysieren und Entscheidungen treffen kann. Gerade in Komplexen Umgebungen ist hier der Mensch absolut unschlagbar. Verstehe ich diesen Punkt bei Gartner richtig, so geht es nicht mehr darum nach dem Nürnberger Trichter einfach nur Muster auswendig zu lernen, sondern den Mitarbeitern das Vertrauen zu geben, dass sie 1. ein Muster frei erkennen können und 2. auf Basis des selbst gelernten Musters entscheiden können.

Hyperconnected
“IT augments that work”. Steht am Ende dieses Punktes bei Gartner, und bildet für mich die Schlüsselaussage von Hyperconnected. Die IT Managed oder verwaltet nicht die ganzen losen Verbindungen von allem und jedem. Die IT reichert sie an. Macht zum Beispiel die Einholung von sozialer Bewertung als Relevanzkriterium und Vernetzungsfunktion möglich.

My Place
Düster düster das Bild, dass hier von Gartner gezeichnet wird.

Those that cannot manage the underlying “expectation and interrupt overloads” will suffer performance deficits as these overloads force individuals to operate in an over-stimulated (information-overload) state.

Die “richtige” Information in der “richtigen” Menge und nicht ständig unterbrochen zu werden. Privatleben und Beruf vereinen. Es schreit für mich schon wieder nach der “Generation MuzL“, die Informationen selbständig optimieren und bewerten kann. Das übersehen von Information nicht als Versagen, sondern als bewusste Entscheidun und Stärke versteht.

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