Zu Telepolis: “Rasterfahndung” nach Meinungsmachern



 

Der Beitrag der Telepolis beschäftigt sich mit dem Thema Social Network Analysis (SNA). Lesenswert als Einstieg in die Thematik…

“Rasterfahndung” nach Meinungsmachern

via TP: “Rasterfahndung” nach Meinungsmachern.

Folgend ein paar weitere Beispiele, was heute bereits ohne Probleme mittels Data Mining auf das SocialWeb möglich ist.

Zunächst das alte Problem: Nicht jeder Kunde ist gleich.

Mit Sicherheit existieren in Deutschland heute bereits eine Menge Mobilfunkverträgen, die nicht wirklich genutzt werden. Dennoch gibt es Personen, die diese irgendwann abgeschlossen haben. In Familien zum Beispiel existiert irgendwo der “Nerd”, der über die Dauer die Personen im Umkreis beeinflusst. Im einfachsten Falle ist die der technikverliebte Sohn. Bin ich Mobilfunkanbieter, so macht es mehr Sinn diese Person zu beeinflussen als die anderen Familienmitglieder. Damit dies möglich ist, muss “der Sohn” identifiziert werden. Möglich wird dies zum einen über die demoskopischen Daten (Beispiel Alter) oder über das Kommunikationsverhalten. Entscheidet sich “der Sohn” zum Beispiel für die die Nutzung eines bestimmten Internetdienstes und kurze Zeit später werden auch durch andere Familienmitglieder dieser Dienst verwendet, so kann man davon ausgehen, dass “der Sohn” die Ursache war.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass es nicht den einen Kunden gibt, sondern viele Verträge und viele Kunden in einem Netzwerk zusammen hängen. Das Abwandern des vordenkenden Kopfes des Netzwerkes an einen Mitbewerber wird ein Abwandern einer Reihe von anderen Kunden zur Folge haben.  Neu ist, dass ein Konzept des “vernetzen Kunden” überhaupt erst eingeführt werden muss. In klassischen Modellen werden Kunden isoliert betrachtet, und der Wert des Kunden lediglich über zum Beispiel sein eigenes Nutzungsverhalten bestimmt.  Punkte/Meilensammelkarten wie Miles&More, Payback und Co. zeigen bislang lediglich den umsatzreichsten Kunden – nicht aber den Kunden mit dem höchsten relativen Umsatz im Netzwerk.

Auch wenn der Begriff  ”Social” vorkommt – geht es nicht primär bei SNA um die Analyse von Facebook, Twitter und Co.  Diese werden lediglich als Kommunikationsnetze angesehen. Am Beispiel des “Sohns” wird klar, dass die Eltern wahrscheinlich andere Social Networks verwenden – von daher die Analyse höchstens Indikatoren liefern kann – nicht aber das Netzwerk und auch nicht die Bewertung des Einflusses.

werd jetzt aus meiner schönen stadtwohnung ins schwerin wieder zu meinen eltern raus aufs land fahren … da is webigstens dsl …  (via Petschi89 bei Twitter)

Tweets wie dieser sind es, die man für eine Analyse verwenden kann – wobei dieser auch nicht isoliert zu sehen ist – sondern nur in einer Wertbestimmung des Nutzers als Parameter verwendet werden kann.

Stichwort Datenschutz: Bei der gesamten Betrachtung des Beitrages hier bin ich nicht auf das Thema Datenschutz eingegangen. Dieser ist wichtig, auch wenn ich persönlich bei manchen Anbietern mich freuen würde, wenn sie erkennen würden ob ich ein guter oder schlechter Netzwerker bin.

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