Am Beispiel von einem Reiseantrag das Enterprise 2.0 erklärt



 

Warum Reiseanträge? Mag sich der eine oder andere Fragen, da diese mit Sicherheit der harmloseste Prozess sind, den es innerhalb eines Unternehmens gibt, eine Freigabe beinhaltet und wenn man beginnt über Geschäftsprozesse zu sprechen hinter diesem Punkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein fetter, grüner Haken ist. Jeder kann mitreden, und jeder hat ein Bild wie es funktioniert. Darum Reiseanträge.


Der Reiseantrag 1.0 : Verschlusssache

Mitarbeiter muss zum Kunden. Er veranlasst eine wie auch immer geartete Freigabe per Mail,Telefon oder Webinterface. . Vorgesetzter, dessen Vorgesetzter usw. geben ihr OK und der Mitarbeiter kauft letztendlich die notwendigen Ticket bei der vorgeschriebenen Agentur. Die Kostenkontrolle erfolgt in drei Richtungen:

  1. die Anzahl der Stufen werden soweit erhöht, dass es schon “Der Kunde” sein muss um überhaupt eine Aussicht auf Genehmigung zu haben.
  2. Ein Rahmenregelwerk gibt vor, welche Verkehrsmittel, Klassen und Wartezeiten zu akzeptieren sind
  3. Mit den Anbietern werden Kontingente  vereinbart und somit die Preise gesenkt.

Die fleißigen Optimierungsbienchen werden nun bei jedem Schrei nach mehr Einsparung genau diese 3 Punkte nehmen und umstrukturieren. Wobei zwei grundlegende Dinge gelten:

  1. Es wird sich immer etwas ändern
  2. Die nächste Änderung kommt bestimmt

Da es kaum Unternehmen gibt, bei denen das Reisen zu den Kernkompetenzen gehört, ist das kollektive Gedächtnis der Änderungen und des Nutzten ziemlich kurz.


Der Reiseantrag 2.0 : Öffentliche Information

Der Mitarbeiter muss noch immer zum Kunden. Dieses Vorhaben stellt er nun für alle sichtbar ein. Er veröffentlicht dazu seine Beschreibung was er machen will, wann und wo. Eigentlich die gleichen Informationen,  die beim 1.0 Antrag auch gesammelt und in eine Struktur gebracht wurden, nur dass es jetzt nicht mehr eine reine Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzter ist, sondern theoretisch jeder lesen kann.

Durch die Veröffentlichung passieren einige Dinge:

  1. Auch Reisevorhaben die weniger wahrscheinlich sind werden veröffentlicht.
  2. Das Reisevorhaben steht im Kontext von Projekten, Kunden, Veranstaltungen deren Information ebenfalls verfügbar ist.

Die fleißigen Optimierungsbienchen werden nun bei jedem Schrei nach mehr Einsparung versuchen den Context der Veröffentlichung zu verbessern. Direkter Link auf die Kundenakte, zusätzliche Informationen zum Ort oder Empfehlungen für Personen die ohnehin vor Ort sind. Leider gibt es auch einige Risiken, die nun irgendwie gelöst werden müssen:

  1. Mitarbeiter koordinieren sich selbständig und optimieren (Verbinden von Kundenbesuchen)
  2. Andere Mitarbeiter werden aufmerksam über den Besuch und schalten sich ein (“Wenn Du eh bei dem Kunden bist…”)
  3. Die Möglichkeit des Tausches besteht (“Wenn Du dahin gehst, dann übernehme ich das für dich…”)

Fazit

Second Life geöffnet. Überlegung eingestellt. Reise abgesagt.

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