Abmahnungen im Internet sollen in Zukunft eine für den Beklagten kostenlose Vorstufe bekommen. Der Abmahner soll mit dem Beklagten in Kontakt treten und diesem seinen Abmahngrund mitteilen und diesem so eine Möglichkeit geben um diesen möglichen Verstoß innerhalb einer [bestimmten] Frist zu beseitigen.
via PolkaRobot und beim Medien Blog
Zunächst der direkte Link zur Petition.
Ein Problem, welches mir beim Stichwort “Augsburg”, “Jako” und “Analytics” in Verbindung mit Abmahnungen zur Zeit auffällt ist, die rechtliche Disharmonie bei den aktuellen Abmahnverfahren. Meist sind “Privatpersonen” betroffen, die nur ein geringes finanzielles Budget zur Verfügung haben und somit bei einer Kostennote auch mit gewissen Existensängsten konfrontiert werden. Da es sich ja “nur” um eine Abmahnung handelt, bei der nach Bezahlung und Behebung die Sache vom Tisch ist werden viele Punkte nicht wirklich geklärt. Für die Summe der Blogger (~Betroffene) ergibt sich damit immer wieder die gleiche Gefahr.
Warum existieren keine Crowd Funding Modelle, wo die Unterstützung der Betroffenen nicht nur über einen 1 Sekunden ReTweet ausgedrückt wird – sondern Kleinbeträge eingeholt werden die zur rechtlichen Beratung genutzt werden können. Es gibt einiges an rechtlichen Konsequenzen die man in solch einem Modell beachten müsste, jedoch würde ein Problem damit gelöst werden: Auf der einen Seite ist der Abmahnende (=Geschätigter) mit einem finanziell sicheren Polster – auf der anderen Seite ist der Verursacher ohne finanziellen Hintergrund – dafür aber mit der “Masse” hinter sich.
Dieses Ungleichgewicht fördert nach meiner Meinung eine “moralisch” bedenkliche Kultur von der Abmahnung an Stelle des Telefons und direkten Dialoges gebrauch zu machen.
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