Archiv für Kategorie nachgedacht
Der Wert des Rufes – Beispiel Dürr AG
Verfasst von Thorsten Zoerner unter nachgedacht am 25. August 2010
Wird über den Ruf eines Unternehmens – bzw. dessen Schaden gesprochen, so weckt dies schnell Assoziationen mit Kampagnen oder Strohfeuer wie vor einigen Monaten bei Nestlé (s.h. “Greenpeace vs. Nestlé” beim PR-Blogger). Nach einer Aufbereitung im Brouhaha kann man zwar in etwa finanziellen Schaden erahnen, aber sich mit dem Finanzvorstand allerhöchstens an einem Stammtisch über zukünftige Reputationspflege und deren Wert unterhalten. Der gute Ruf der Dürr AG spart dem Unternehmen ~1.600.000 Euro pro Jahr. Wie kommt man auf diesen Wert?
Ende des Machtkreis Deutschland AG? Eine Social Network Analyse der DAX Unternehmen
Verfasst von Thorsten Zoerner unter nachgedacht am 23. August 2010
Mittels Social Network Analyse (SNA) können Beziehungen von Personen zueinander untersucht und ausgewertet werden. Anwendung kann diese Technik nicht nur bei Twitter und Co. finden, sondern auch bei klassischen Netzwerken. Das Grundprinzip der SNA stellt dabei die Visualisierung von Beziehungen da. Im einfachsten Falle “A kennt B”.
Für Aktiengesellschaften werden die Aufsichtsräte und Vorstände veröffentlicht. Meist sitzen die Vorstände eines Unternehmens A im Aufsichtsrat von Unternehmen B. Es entsteht ein Netzwerk des Informationsaustausches. Für die Deutsche Wirtschaft wird dieses Netzwerk meist als Deutschland AG bezeichnet. In den 90er Jahren wurde vom Ende der Deutschland AG gesprochen, welches sich auch bei der Netzwerkanalyse abzeichnet.
Verteilungsprobleme gibt es viele. Öffentliches WLAN und Kachingle
Verfasst von Thorsten Zoerner unter nachgedacht am 29. Juli 2010
Das Problem der Verteilung mag manch ein als reine Hirnakrobatik erscheinen. Tatsache ist, dass Geldflüsse und Leistungsflüsse immer ein Verteilungsproblem haben. Am einfachsten wird dies bei der GEMA und Musikproduzenten auf der einen Seite und Musikkonsumenten auf der anderen Seite deutlich. Blogs haben theoretisch auch ein solches Verteilungsproblem, und versuchen durch Werbung etc. dieses Problem zu lösen. Dienste wie Kachingle und Flattr sollen dabei helfen…
WLAN und Kachingle
Stellen wir uns vor, es gäbe noch die Möglichkeit wirklich 100% sicher sein WLAN Netz offen zu gestalten, wie es Freifunk und Fonero probie(ten). Das Problem war immer irgendwie die Bezahlung und die Verteilung der Nutzung auf den Anbieter. Möglichst gerecht sollte es zugehen, einfach sein – und im Idealfall ein 0-Summenspiel, wenn man selbst als Anbieter und Nutzer auftritt.
Technisch arbeiten die meisten Hotspots mit einem Captive-Portal, welches beim Login eine Seite anzeigt, auf der man sich anmelden muss. Diese wird mittels einer Captive-Lösung auf dem Router durch den Betreiber installiert. Was man nun machen könnte ist eine solche Login-Seite mit einer Kachingle-Medaille zu versehen. Dadurch würde zum einen sichergestellt, dass man nutzungsabhängig verteilt, und gleichzeitig eine Art Protokoll bekommt, wer den eigentlich den Hotspot wann genutzt hat.
Für die Umsetzung einer solchen Lösung müsste man nur absichern, dass nur dann Zugriff auf den Hotspot gewährt wird, wenn man diesen auch kachingelt.
Was haltet Ihr von dieser Idee?
Per Collaboration-Handshake Zeit sparen im Enterprise 2.0
Verfasst von Thorsten Zoerner unter nachgedacht am 23. Juli 2010
Vor einigen Tagen, hatte ich die Anekdote hier veröffentlicht, wie sich einige Collaboration Experten darum bemüht haben ein Tool zu finden, wo sie zusammen arbeiten können. Das Problem: Der Zeitaufwand, der für dieses “Finden” benötigt wurde war einfach zu lange. In einer klassischen 1.0 Welt hätten wir einfach uns in einem Raum zusammengesetzt und auf einer Tafel/Whiteboard die Dinge zusammengetragen. Wie es aber eine moderne Arbeitswelt mitbringt, stand ein persönliches Treffen nicht zur Debatte. Auch die Synchronisation zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht.
- Wie arbeiten wir zusammen?
- Wo arbeiten wir zusammen?
Das eigentlich schöne war, dass die Entscheidung “Wir arbeiten zusammen” das Schnellste im folgenden Prozess war. Die Auswahl der Plattform, Werkzeuge und das Enablement der Teilnehmer hat die Zeit gekostet.
Regeln sind “Old-Fashion”
Klar kann man für alles Regeln aufstellen, und von vorneherein die Tool-Auswahl definieren. Oder einen formalen Prozess des “Zusammenarbeitens” definieren. Dies wird jedoch nur bedingt funktionieren, da sich die Tools schnell ändern – gerade in der Modernen-Webwelt. Was heute noch in Wikis erledigt wird, verlagert sich morgen in Microblogs und übermorgen vielleicht in wieder ein anderes Werkzeug. Starre Regeln, die irgend jemand einmal ausgearbeitet hat würden die Innovation und die Kreativität nur im Wege stehen.
Wie macht das unsere Technik?
Nehmen wir Mobiltelefone als Beispiel (und Techniker mögen ein paar Ungenauigkeiten jetzt verzeihen). Mobiltelefone entstammen unterschiedlichen Generationen, haben unterschiedliche Techniken und sollen dennoch störungsfrei im gleichen Netz funken. Damit dies möglich ist wird beim Einbuchen in ein Netz ein Handshake durchgeführt. Kurz: Das Handy sagt was es kann. Das Netz antwortet was es kann. Man einigt sich entsprechend einer Prioritätsliste auf das Verfahren mit der höchsten Priorität. Sollte es zu Konflikten kommen, so besitzt das Netz die Intelligenz so die Resourcen zu verteilen, dass alle den best möglichen Standard (Übertragungsrate etc…) bekommen.
Nicht jedes Handy ist modern
und so sind auch die Personen, die zusammen arbeiten wollen nicht alle auf dem gleichen Technologiestand. Der eine mag vielleicht mit den Möglichkeiten von “Subsribtions”, “Follows” vertraut – der andere mit dem Umgang von Versionierung, wieder ein anderer kennt vielleicht die Vorteile von Tagging. Letztendlich soll auch noch ein gemeinsames Werk erstellt werden, welches gewisse Eigenschaften verlangt.
Noch einmal Technik
Eine weitere Möglichkeit, die zum Beispiel bei Netzen verwendet wird, ist eine Discovery Funktion. Geräte “hören” in das Netz, ob der Dienst erbracht werden soll. UPNP oder auch DHCP laufen so ähnlich. Ein Rechner will mit anderen Rechnern im Netz zusammen arbeiten, vorher sendet er eine Anfrage nach dem Prinzip “Wer hat eine Adresse für mich”. Ein DHCP Server antwortet mit “Ich, nimm folgende IP Adresse, und Du kannst mit den anderen Rechnern kommunizieren”.
DHCP der Collaboration
könnte ein ähnlicher Vermittlungsdienst sein, der die einzelnen Personen kennt, die zusammen arbeiten möchten und einen Collaboration Space bereitstellt. Entsprechend vorkonfiguriert usw… Gleichzeitig die unterschiedlichen Eigenschaften der Personen berücksichtigt.
Der Meister
Handy oder Computervernetzung. In beiden Fällen existiert zumindest für die Entscheidung des “Protokolls” eine Art Meister, der zwar inhaltlich nichts leistet, jedoch die Kommunikationsparameter definiert. Auch wenn die einzelnen Teilnehmer später gleichberechtigt sind, so ist die Aufgabe des Meisters diese Gleichheit herzustellen.
Wie könnte ein solcher Collaboration Meister aussehen? Existiert so etwas bereits? Wie sieht das Protokoll aus?
Wie fragwürdig ist die beliebte Krankentage-Statistik?
Verfasst von Thorsten Zoerner unter nachgedacht am 20. Juli 2010
So langsam wird die Zahl der offiziellen Statistiken dünn. Heute im Programm die Krankentage-Statistik:
Mit diesen Zahlen bzw. deren Interpretation hat sich der Journalist Stefan Niggemeier beschäftigt. Er hat recherchiert, dass sich die so oft in den Medien zitierte Zahl (Beispiel) des Statistischen Bundesamtes nicht auf eine kontinuierliche Messung bezieht, sondern auf zwölf Stichtage im Jahr: jeweils den 1. eines Monats. Somit summiert sich die Stichproben-Grundlage nicht auf 365, sondern nur auf 12 (!) Tage. Alles, was innerhalb eines Monats an Fluktuation geschieht, bleibt außen vor. Ebenso kurzzeitige Abwesenheiten ohne offizielle Arzt-Krankmeldung. Nun sind 12 Stichtage für eine derart politisch und wirtschaftlich aufgeladene Zahl eine eher dünne Basis.
viaMensch & Chance.
Passt sich irgendwie in das Bild ein, welches ich schon mit IFO Geschäftsklimaindex, Arbeitslosenzahlen und Co, vor kurzem bei der Buchreview von Crashkurs aufgegriffen hatte.
